Die Historie der NPDG

Heute ist es selbstverständlich, nach einem regelmäßigen Fahrplan in einer guten halben Stunde zum Festland überzusetzen. Wie mühsam war es dagegen in früheren Zeiten für die Pellwormer Bevölkerung, das Festland zu erreichen.
Die spannende Historie der Pellwormer Reederei NPDG wird in dem Buch
"Vom Raddampfer zum Motorschiff"  unterhaltsam beschrieben.

So fing alles an

Die schlechte Verkehrsanbindung zum Festland führte im Jahre 1872 dazu, dass Pellwormer Bürger aus der Not heraus eine eigene Reederei gründeten, die "Pellwormer Dampfschiffsreederei". Zum Start wurde der gebrauchter Raddampfer „Husum“ erworben und auf den Namen „Pellworm“ getauft.

Streitigkeiten mit der Reichspost in Berlin über die Anhebung der Jahrespauschalen auf 850 RM für die Postbeförderung nach Pellworm führten dazu, dass die „Pellwormer Dampfschiffsreederei“ aufgelöst wurde. Am 16. Mai 1902 wurde die "Neue Pellwormer Dampfschiffahrtsgesellschaft" von Pellwormer Bürgern gegründet. Damit trat sie die Nachfolge der ersten Pellwormer Dampfschiffsreederei aus dem Jahre 1872 an. Eigentümer der Reederei NPDG sind mehr als 100 Anteilseigner, die überwiegend auf der  Nordseeinsel Pellworm leben. Geschäftsführer der Neuen Pellwormer Dampfschiffahrts GmbH ist Sven Frener.
In dem Buch  "Vom Raddampfer zum Motorschiff" wird anschaulich die spannende Geschichte vom Werdegang der heutigen Pellwormer Reederei NPDG geschildert.

 

Mit Gründung der "Neuen Pellwormer Dampfschiffahrts GmbH" im Jahre 1902 wurde auch eine neue „Pellworm“ gebaut, die mit Kohle und Dampf durch zwei Schrauben angetrieben wurde. Diese neue Technik eignete sich für das Befahren der Gewässer rund um die Nordseeinsel Pellworm besser als der alte Schaufelradantrieb. Außerdem wurde im selben Jahr eine Schleppschute gebaut, die im Bedarfsfalle zum Viehtransport hinter das Schiff gehängt werden konnte.

Im Juli 1930 wurde das erste Motorschiff mit Dieselantrieb in Betrieb genommen. Das neue Motorschiff wurde natürlich wieder auf den Namen "Pellworm" getauft.
Diese „Pellworm“ fuhr im regelmäßigen Fährbetrieb bis 1966 von der Nordseeinsel Pellworm nach Husum.
Bis Mitte der sechziger Jahre war Husum der Festlandshafen für die Pellwormer Bevölkerung. Dorthin fuhren die Schiffe in ca. 2,5-stündiger Überfahrt.

Eine Reise zum Festland war für die Pellwormer Bevölkerung bis dahin eine zeitraubende Angelegenheit, die von langer Hand geplant werden musste.
Etwa nur alle 14 Tage bestand die Möglichkeit zu einer Schiffsfahrt mit 8-stündigem Aufenthalt in Husum, um Einkäufe, Besorgungen oder Arztbesuche zu erledigen. Diese Tour nannte sich „langer Tag“. Die Bezeichnung ist auch heute noch im Sprachgebrauch der alten Pellwormer Bevölkerung gegenwärtig.

Normalerweise wurde damals täglich in einer Tide eine Hin- und Rückfahrt angeboten. Der Aufenthalt in Husum betrug ganze 30 Minuten. In dieser Zeit musste die Fracht gelöscht und wieder neu geladen werden. An Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen wurden keine Fahrten angeboten. 

Entscheidend verbessert wurde die Verkehrsanbindung von der Nordseeinsel Pellworm zum Festland, als im Jahre 1966 der Hafen Strucklahnungshörn auf Nordstrand in Betrieb genommen wurde. Nach Fertigstellung des neuen Anlegers dauerte die Überfahrt nur noch ca. 1 Stunde.
Die Dauer der Überfahrt auf die Nordseeinsel Pellworm verringerte sich noch einmal auf heute ca. 35 Minuten, als im Jahre 1992 derTiefwasseranleger auf  der Nordseeinsel Pellworm in Betrieb genommen wurde.
Die Weiterfahrt von Strucklahnungshörn nach Husum erfolgt bis heute mit dem Bus.

Das Buch "Vom Raddampfer zum Motorschiff" schildert anschaulich die spannende Geschichte vom Werdegang der heutigen Pellwormer Reederei NPDG.

Ein neues Zeitalter

Im Jahre 1965 stellte die Reederei mit dem Bau eines Autofähr- und Passagierschiffes die Weichen für die Zukunft: Im Mai 1966 lief die erste Autofähre MS "PELLWORM" vom Stapel. Autos und Lastwagen wurden jetzt nach dem Roll-on-Roll-off - Prinzip befördert. Die Kapazität dieser ersten Fähre lag bei ca.4 Lastkraftwagen, 6 Personenkraftwagen sowie bei 200 Fahrgästen im Sommer und 150  im Winter.

Bedingt durch eine stete Zunahme des Verkehrs, entschied sich die Reederei in den Folgejahren von 1970 bis 1988 immer wieder für den Bau weiterer modernisierter Fährschiffe.

Der Durchbruch in der Verkehrsanbindung der Nordseeinsel Pellworm zum Festland kam im Jahre 1992 mit dem Bau des Tiefwasseranlegers auf Pellworm. Ein ca. 2 Kilometer langer Damm wurde von Tammensiel ausgehend außerhalb der Insel ins Watt gebaut.

Ausgestattet mit modernen Abfertigungseinrichtungen, Gebäuden und Parkplätzen ermöglicht der Tiefwasseranleger Pellworm einen weitgehend tidefreien Fahrplan. Die Überfahrtzeit hat sich auf ca. 35 Minuten verkürzt. Zu jeder Fährabfahrt-und Ankunftszeit bringt ein kostenloser Zubringerbus die Fahrgäste zum Tiefwasseranleger bzw. die Fahrgäste vom Anleger zum Hauptort Tammensiel.

Die regelmäßigen Fährverbindungen zum Festland stellen sowohl für die Pellwormer Bevölkerung als auch für den Tourismus der Insel eine große Verbesserung dar.